Burschentag zum Desaster machen!

Infoveranstaltung zu den Aktivitäten gegen den Burschentag in Eisenach

02.06.2011 | 19:30 Uhr | Club Courage | Münster

Jedes Jahr eine Woche nach Pfingsten treffen sich in Eisenach die aktiven Mitglieder und „Alten Herren“ der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) zu ihrem sogenannten Burschentag auf der Wartburg. Sie verstehen sich als explizit politischer Dachverband, der sich zum Ziel setzt, seine Mitglieder in hohe Positionen wie Unternehmensvorstände, Richterstühle oder den Bundestag zu entsenden. Die vom DB und den in ihr organisierten Burschenschaften – in Münster ist dies die Franconia – beförderten Ideologien reichen von Antifeminismus über völkischen Nationalismus bis hin zu offenem (Neo-)Nazismus.

 

So ist man laut eigener Aussage „auf das Männliche ausgerichtet“ und zu später Stunde werden gerne auch mal alle Strophen des „Deutschlandliedes“ gesungen. Doch der Nationalismus hört nicht beim Gröhlen völkischen Liedguts auf: während des letzten „Burschentages“ im Jahr 2010 wurden in einer öffentlichen Festrede die Grenzen der BRD in Frage gestellt und erklärt, es habe „keine freiwillige Abtretung der Ostegbiete gegeben“ und die „nationale Fragestellung“ sei noch nicht „abschließend geklärt“.
Dies sind nur aktuelle Beispiele einer langen Tradition inhaltlicher und organisatorischer Nähe der DB zum organisierten (Neo-)Nazismus. Jürgen W. Gansel, sächsischer Landtagsabgeordneter der NPD, ist Mitglied in einer Burschenschaft der DB und auch bei Veranstaltungen auf den „Häusern“ der Verbindugen sind IdeologInnen der faschistischen Rechten als ReferentInnen gerne gesehen.
Den Grundstein für die genannte Tradition – welche die Burschen selber gerne auslassen – legten sie bereits beim ersten Wartburgfest in Eisenach 1817: passend zum Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ verbrannten sie dort beispielsweise das Werk des jüdischen Schriftstellers Saul Ascher unter dem Ruf „Wehe über die Juden“ und das liberal-demokratische Schriftstück „Code Napoléon“.

Aber der jährliche Burschentag ist auch ein Paradebeispiel dafür, wie sich rechte Inhalte und Strukturen problemlos in die deutsche Gesellschaft einfügen. Kaum jemand stört sich in Eisenach am Burschentag, vielmehr stellt er eine nicht zu verachtende ökonomische Ressource dar.

 

All dies wird nicht unkommentiert stehen bleiben. Ein Bündnis antifaschistischer Gruppen ruft dazu auf, sich am 18.06.2011 einer Demonstration gegen den Burschentag anzuschließen. Darüber hinaus soll ein klares Zeichen gegen den rechten Konsens der deutschen Gesellschaft gesetzt werden.

 

Während der Veranstaltung wird es den ReferentInnen des Bündnisses gegen den Burschentag in Eisenach zum einen darum gehen, was es genau mit dem Burschentag auf sich hat. Zum anderen gibt es selbstverständlich Infos zur Demo und zu den Anliegen, welche das Bündnis im Einzelnen verfolgt. Vor und nach dem Vortrag wird es im Rahmen der „Bar Antifascista” wie gewohnt kalte Getränke, veganes Essen gegen Spende und einen Infotisch geben.

 

 

 

Diese Veranstaltung findet statt mit freundlicher Unterstützung durch:

 

(Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind und/oder bereits in der Vergangenheit oder während der Veranstaltung durch rassistische, sexistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige reaktionäre Äußerungen in Erscheinung getreten sind oder in Erscheinung treten, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren und/oder von dieser auszuschließen.)

 

 

 

 

 

 

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