“Wie die Heuschrecken kommen sie über unser Land …”

Über die Fallstricke einer verkürzten Kapitalismuskritik
Vortrag und Diskussion mit Marcus Meier

25.08.2010 | 19:30 Uhr | Club Courage | Münster

Die extreme Rechte in Deutschland versteht sich schon seit einigen Jahren beim Thema Globalisierung als Verteidigerin eines völkischen Sozialstaates gegen das internationale Finanzkapital, das mehr oder weniger deutlich als jüdisch markiert wird. Den politischen Gegnern der extremen Rechten jedoch fehlt es bisweilen an der nötigen Trennschärfe und Präzision ihrer Metaphorik und Kritik. Die vor einigen Jahren losgetretene Heuschrecken-Debatte, auf welche man z.B. auch bei der NPD gerne und häufig zurückgreift, macht die fatalen blinden Flecken der Kapitalismuskritik von Gewerkschaften über Sozialdemokratie bis Attac offensichtlich.

Im Vortrag soll insbesondere am Beispiel von Gewerkschaften gezeigt werden, dass mit einer verkürzten Kapitalismuskritik historisch tradierte extrem rechte Ideologien bedient werden. Zudem wird auf aktuelle Tendenzen hingewiesen, in denen deutlich wird, dass die gegenwärtige Restrukturierung der Gewerkschaften im Fahrwasser von Standort und nationaler Rhetorik vorhandene rechte Denkmuster bei einem großen Teil ihrer Mitglieder verfestigen und reproduzieren.

Marcus Meier ist Diplom Politikwissenschaftler, er lehrt und forscht zu Rassismus, sozialer Ungleichheit und Antisemitismus im Kontext der Politischen Bildungsarbeit. Mehrere Jahre war er in der gewerkschaftlichen und antirassistischen politischen Bildungsarbeit aktiv. Im letzten Jahr veröffentlichte er seine Dissertation: „Gewerkschaftsmäßig könnten sie sich ja vor allem für Deutsche einsetzen“. Rechte Orientierungen unter jungen Gewerkschaftsmitgliedern.

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